Mexiko 2:0 Südafrika: WM-2026-Auftakt im Rückblick
Mexiko gewann im achten Anlauf erstmals ein WM-Eröffnungsspiel: 2:0 gegen Südafrika im Estadio Azteca — bei rekordverdächtigen drei Roten Karten.
Die größte WM der Geschichte — 48 Teams, drei Gastgeberländer, 104 Spiele — begann am Donnerstagabend an der traditionsreichsten Spielstätte des Weltfußballs: im Estadio Azteca von Mexiko-Stadt. Die Gastgeber lieferten ab und besiegten Südafrika mit 2:0. Es war Mexikos erster Sieg in einem WM-Eröffnungsspiel — nach fünf Niederlagen und zwei Remis in den vorherigen sieben Versuchen.
### Der Spielverlauf
Der Start war furios. In der 9. Minute eroberte Erik Lira den Ball gegen Sithole, Julián Quiñones zog vom Strafraumrand flach ab und traf zur Führung — das früheste Tor in einem WM-Eröffnungsspiel seit Philipp Lahms Treffer in der 6. Minute gegen Costa Rica 2006.
Das 2:0 fiel in der 67. Minute und hatte besonderes Gewicht: Raúl Jiménez, 35 Jahre alt und bei seiner vierten Endrunde, wuchtete eine Flanke von Roberto Alvarado per Kopf ins Netz, nachdem Quiñones den Angriff eingeleitet hatte. Es war sein erstes WM-Tor und sein 46. Länderspieltreffer — damit zog er mit Jared Borgetti auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste Mexikos gleich.
### Drei Platzverweise — Rekord für ein Eröffnungsspiel
Disziplinarisch geriet die Partie aus den Fugen: zwei Rote Karten für Südafrika, eine für Mexiko — so viele wie nie zuvor in einem WM-Eröffnungsspiel. Für Bafana Bafana wurde der ohnehin defensive Matchplan in Unterzahl und in der Höhenluft von Mexiko-Stadt zur unlösbaren Aufgabe.
Für Mexiko erschwert der eigene Platzverweis die Kaderplanung in Gruppe A, wo Südkorea und Tschechien warten — beide starteten am Donnerstag in Zapopan ins Turnier.
### Die historische Pointe
Die Ansetzung hatte Symbolkraft: Mexikos letzter Auftritt in einem Eröffnungsspiel war das 1:1 gegen Südafrika 2010 in Johannesburg, als Siphiwe Tshabalalas Distanzschuss WM-Geschichte schrieb. 16 Jahre später fiel die Neuauflage deutlich aus.
Die Redge-AI-Perspektive
Das Poisson-Modell von Redge, kalibriert auf die Form der letzten zwölf Monate und adjustiert um Heimvorteil und Höhenlage, hatte Mexiko vor dem Anpfiff mit 57% Siegwahrscheinlichkeit eingestuft, das Remis mit 25%, Südafrika mit 18%. Das 2:0 rangierte als zweitwahrscheinlichstes Ergebnis (11,4%) hinter dem 1:0 (13,1%).
Bei den Tormärkten lag Under 2.5 bei 61% — bestätigt. BTTS stand bei lediglich 38%, im Einklang mit den defensiven Bilanzen beider Teams. Nicht modellierbar: drei Platzverweise bei einem historischen Schnitt von 0,15 pro Eröffnungsspiel.
Nach dem ersten Spieltag hebt der neu berechnete Triple-AI-Konsens Mexikos K.-o.-Runden-Wahrscheinlichkeit auf 84% — mit dem Vorbehalt, dass die Sperre die Aufstellung für Spiel zwei unsicherer macht.
### Ausblick
Weiter geht es am Freitag mit Kanada gegen Bosnien-Herzegowina in Toronto und USA gegen Paraguay im SoFi Stadium — Gruppe D, in der auch die Türkei und Australien spielen. Die Redge-Analysen zu jedem WM-Spiel, mit täglich aktualisierten Wahrscheinlichkeiten, gibt es auf redge.bet/#worldcup.
Bild: Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)